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Presseartikel zur Coudenhove-Kalergi-Plakette 2005

 

Westfälische Nachrichten,  11. November 2005

Zum Bau des Hauses Europa viele kleine Steine beigetragen

Von Sigmar Teuber

Münster. Es sei nicht leicht angesichts von Reformdebatten, gescheiterten Referenden und Budget-Gezerre von Europa zu reden, ohne zynisch oder enttäuscht zu klingen. Doch: Europa war und ist eine Herzensangelegenheit, erklärte Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann. Eine, die die Euregio seit ihrer Gründung im Jahr 1958 vertrete. Die Auszeichnung, die dem Verein gestern verliehen wurde, habe dieser sich redlich verdient.
Die Auszeichnung, von der die Rede war, ist die Coudenhove-Kalergi-Plakette, mit der die Europa-Union Deutschland, Kreisverband Münster, Personen und Institutionen auszeichnet, die sich um das Haus Europa verdient gemacht haben. Preisträgerin in diesem Jahr ist die Euregio e.V. als die älteste grenzübergreifende Organisation in Europa auf regionaler Ebene. Sie arbeitet seit 1958 am Aufbau und der Verstärkung grenzübergreifender Strukturen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet.
Dr. Paul Hüffer, Honorarkonsul des Königreichs der Niederlande a.D., erinnerte daran, dass die Euregio als Erste eine regionale Zusammenarbeit beiderseits einer europäischen Binnengrenze organisiert habe. Sie habe die kulturelle und geistige Kraft der Menschen geweckt und zum Zusammenwirken gebracht, so der Laudator. Trotz ihrer Erfolge seien Phantasie und Weitsicht für die Zukunft gefordert.
Der Präsident der Euregio und zugleich Bürgermeister der Gemeinde Dinkeland, Frans Willeme, nahm im Verlauf einer Feierstunde im Erbdrostenhof die Coudenhove-Kalergi-Plakette entgegen.
Gestiftet wurde die Auszeichnung 2002 vom Kreisverband Münster der Europa-Union anlässlich deren 55-jährigen Bestehens. Namensgeber ist Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergie. Er gründete nach dem 1. Weltkrieg 1923 die Paneuropa-Union. Sie war für ihn die Vision von einem politischen und wirtschaftlichen Zusammenschluss aller Staaten von Polen bis Portugal.
 

Der Präsident der Euregio, Frans Willeme (2.v.l.) nahm die Coudenhove-Kalergi-Plakette entgegen. Mit ihm freuen sich über die Auszeichnung Dr. Berthold Tillmann, die stellvertretende Vorsitzende der Europa-Union, Kreisverband Münster, Monica Heitz, Dr. Paul Hüffer und der Vorsitzende des Landesverbandes der Europa-Union NRW, Dr. Heinrich Hoffschulte (v.l.).Foto: Matthias Ahlke

 

Münstersche Zeitung, 11. November 2005

Preis gebührt den Euregio-Gemeinden
Verleihung der Coudenhove-Kalergi-Plakette an Franz Willeme

Münster. Angesichts von gescheiterten Referenden; Budget-Gezerre und Reformdebatten erscheine es momentan politisch korrekt, zynisch oder enttäuscht von Europa zu reden. Dennoch war und ist Europa eine Herzensangelegenheit, sagte Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann. Dieser Idee habe sich der Verein Euregio seit seiner Gründung im Jahr 1958 verschrieben.
Mit der Coudenhouve-Kalergi-Plakette wurden nun die Verdienste der Euregio e.V. um die Förderung der kommunalen Zusammenarbeit auf den Gebieten der Wirtschaft, der Verwaltung und der Kultur gewürdigt. Die Auszeichnung wird seit 2002 vom Kreisverband Münster der Europa-Union Deutschland an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Europäische Einigung verdient gemacht haben.
„Die Euregio organisierte als erste eine regionale Zusammenarbeit beiderseits einer europäischen Binnengrenze“ so Dr. Paul Hüffer, Honorarkonsul des Königreichs der Niederlande a. D., in seiner Festrede. Der Laudator würdigte die Euregio dafür, dass sie die kulturelle und geistige Kraft der Menschen an der deutsch-niederländischen Grenze geweckt und zum Zusammenwirken gebracht habe. Die Arbeit der Euregio werde zukünftig trotz ihres Erfolges nicht leichter, deshalb seien Phantasie und Weitsicht gefordert.
Frans Willeme, Präsident der Euregio e.V. und Bürgermeister der Gemeinde Dinkeland, nahm die Coudenhouve-Kalergi-Plakette im Rahmen einer Feierstunde im Erbdrostenhof entgegen. Er betonte, dass die Auszeichnung den Kreisen, Gemeinden und Städten gebühre, die die Euregio bilden. Auch wenn eine Auszeichnung meist nach einem gewonnenen Wettkampf vergeben werde, verstehe er sie nicht als Ende, sondern als Anfang einer neuen Epoche, in der die zusammengeschlossenen Kreise, Gemeinden und Städte bestimmten, wie sich die Euregio weiterentwickeln werde.
Die Plakette erinnert an den europäischen Visionär Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi. ANS

 

Westfälische Nachrichten,  8. November 2005

Gemeinsam für die europäische Einigung

Von Sigmar Teuber

Münster. Europa ist für viele Menschen ein abstrakter Begriff, bedauert Dr. Annemarie Janetzki. Das möchte die Europa-Beauftragte der Stadt Münster ebenso gern ändern, wie die Mitglieder des Kreisverbandes Münster der Europa-Union Deutschland (EUD). Die Aufmerksamkeit der Münsteraner und deren Verständnis dafür, dass nicht nur die Gesetzgebung des Europäischen Parlamentes bis in die Kommunen hinein wirkt, möchten sie unter anderem mit der Verleihung der Coudenhove-Kalergi-Plakette wecken. Sie findet am Donnerstag (10. November) um 19 Uhr im Erbdrostenhof statt.
Preisträger der Plakette ist die Euregio e.V., die wohl älteste grenzübergreifende Organisation in Europa auf regionaler Ebene. Sie ist die Modellregion für die europäische grenzübergreifende Zusammenarbeit, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Münster der EUD, Monica Heitz. Der Vorsitzende der Euregio und Bürgermeister der Gemeinde Dinkeland, Frans Willeme, wird die Plakette entgegennehmen. Die Laudatio hält der ehemalige Honorarkonsul der Niederlande, Dr. Paul Hüffer.
Namensgeber der Auszeichnung ist Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi. Er gilt als einer der wichtigsten Visionäre Europas im 20. Jahrhundert. Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zu seinem Tod 1972 setzte er sich für eine europäische Einigung ein, suchte Kontakt zu den wichtigsten Politikern der europäischen Länder und reiste quer durch Europa mit dem Ziel, seine europäischen Konzepte verwirklicht zu sehen. Wichtigstes Instrument in diesem Einsatz für Europa war die von ihm gegründete Paneuropa-Union, die erste Europabewegung überhaupt
 

Stellten die Coudenhove-Kalergi-Plakette vor: Klaus Pilberg, Prof. Dr. Ilpo Tapani Piirainen und Monica Heitz von der EUD sowie Dr. Annemarie Janetzki (v.l.). Foto: -teu-

 

Münstersche Zeitung, 8. November 2005

Den Europagedanken näher bringen
Kreisverband der Europa-Union Deutschland verleiht Plakette an die Euregio

Münster. Für viele Bürger ist Europa eine unbekannte Größe, ein Gebilde, dass man kaum fassen kann. Das will der Kreisverband Münster der Europa-Union Deutschland ändern.
Am kommenden Donnerstag verleiht der überparteiliche Verband während eines Festaktes im Rathaussaal zum zweiten Mal die Coudenhove-Kalergi-Plakette. Damit werden Personen oder Institutionen ausgezeichnet, die sich herausragend um die Europäische Einigung verdient gemacht haben. Gestern wurden Einzelheiten genannt.
Nach Annemarie Peus, die 37 Jahre den Kreisvorsitz der Europaunion innehatte, erhält in diesem Jahr die Euregio e. V. die begehrte Messing-Plakette. Sie ist die älteste grenzübergreifende Organisation in Europa auf regionaler Ebene und besteht aus mittlerweile 134 Städten, Gemeinden und Landkreisen. Ziel ist es, die Randlagen der Grenzregion in einen zentralen Platz im europäischen Binnenmarkt umzuwandeln und vor allem die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt vor Ort zu stärken. Für die künftige Arbeit der Euregio stellte die EU am vergangenen Freitag rund 2 Millionen Euro zur Verfügung.
Mit der Ehren-Plakette soll aber auch an ihren Namensgeber Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi erinnert werden, einen entscheidenden Vordenker der Europa-Bewegung und an das nunmehr fast 60-jährige Engagement des Kreisverbandes Münster als „Bürgerinitiative für ein vereintes Europa".
Graf Coudenhove-Kalergi gründete bereits im Jahre 1923 die Paneuropa-Union, um zu verhindern, dass weitere Kriege folgten. 1926 formulierte er visionäre Leitgedanken, die erstmalig für eine Einigung Europas in dieser Form vorgetragen wurden, auch gegen eine drohende Atomisierung.
Dr. Annemarie Janetzki, Europabeauftragte der Stadt, erläuterte Münsters europäische Ausrichtung. So leben hier 23.000 Ausländer aus 156 Nationen. Ein Drittel von ihnen stammt aus EU-Ländern. Am stärksten vertreten sind Portugiesen (1797) und Polen (1131). Außerdem arbeite Münster in den Netzwerken „Euro-Cities“ und „Gemeinden Europas“ mit, die sich stark an den Interessen der Bürger orientierten. Peter Sauer